Fehlstunden konsequent erfassen

Auch wenn unsere Kinder viel über Schule und Lehrkräfte schimpfen – spätestens nach dem Abitur merken sie, dass die meisten doch ganz gern in die Schule gegangen sind.

Leider ist das aber nicht immer der Fall. Schule kann Schülerinnen und Schüler so belasten, dass sie besonders in den höheren Jahrgangsstufen Stunden versäumen oder ganz wegbleiben. Dann ist es wichtig, dass sich die Eltern und Lehrkräfte zusammensetzen und nach Ursachen forschen.

Leider geschieht das oft zu spät. Und dafür gibt es einen einfachen Grund:

Die Anwesenheit der Schülerinnen und Schülern wird nicht ausreichend kontrolliert.

Das ist ganz einfach eine Folge des Kurssystems in der Mittel und Oberstufe weiterführender Schulen. Hier trägt die Lehrkraft die Fehlenden in ein Kursheft ein, die notwendige Zusammenführung der Daten aus allen Kursen und eine schnelle Reaktion durch die verantwortlichen Beratungslehrer ist aber ohne EDV praktisch nicht möglich.

Heute gibt es schon viele Schulen, da funktioniert das so: Die Lehrkraft kommt in den Kursraum und sieht mittels Smartphone, Tablet oder Laptop wer anwesend sein müsste (Beurlaubungen oder Krankmeldungen sind bereits eingepflegt). Wer nicht da ist oder verspätet kommt wird unmittelbar eingetragen.

Beratungslehrer können dann z.B. in Wochenfrist abfragen, wer durch häufiges oder selektives Fehlen auffällt und dem nachgehen.

Auch die Eltern von nicht volljährigen Schülerinnen und Schülern können besser einbezogen werden. Sie können sich von ihren Kindern zeigen lassen, ob sie Stunden versäumt haben oder nicht.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Erfahrungen mit diesem System sehr positiv sind. Die Gesamtzahl der Fehlstunden lässt sich im Bereich von 30% bis 50% reduzieren.

Was sind nun Gründe dafür, dass nicht alle Schulen über ein Online-Klassenbuch verfügen?

Schulleitungen wissen nicht genug über technische Möglichkeiten und sind nicht offen dafür.

Heute wird es kaum noch Schulen geben, die den Stundenplan nicht mittels EDV erstellen. Die Hersteller dieser Programme bieten in der Regel auch eine Plattform im Internet an, mit dem online-Klassenbücher geführt werden können (z.B. bietet der Marktführer Untis das Modul WebUntis an). Die Kosten dafür sind im Rahmen.

Lehrerkollegien blockieren

Digitale Methoden werden von jüngeren Lehrkräften freudig begrüßt und von vielen älteren deutlich abgelehnt. Da dieses Online-System aber nicht nur für die Interessierten sondern nur für alle eingeführt werden muss, ist Überzeugungsarbeit nötig. Auch verfügen nicht alle Lehrkräfte über eigene Smartphones. Heute ist es aber nicht mehr schwer, Leihgeräte bereitzustellen.

Datenschutzbedenken

Es ist zu bedenken, dass Personaldaten von Schülerinnen und Schülern in einer Cloud gespeichert werden. Dafür gibt es Regeln z.B. Medienberatung NRW. Die Umsetzung der Datenschutzregeln erfordert die Beteiligung der Schulkonferenz.

Fazit

Die Überwachung von Schülerinnen und Schülern gilt generell nicht als eine edle pädagogische Maßnahme. Trotzdem ist sie wichtiger als vieles andere und auch eine Verpflichtung gegenüber den Eltern nicht volljähriger Schülerinnen und Schüler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.