Welche digitalen Endgeräte braucht eine Schule?

Die erste Voraussetzung für eine sinnvolle Nutzung von digitalen Endgeräten ist ein Breitbandanschluss und ein Schul-WLAN.

Grundsätzlich unterscheide ich zwei Anwendungssysteme: Die cloudbasierte Lösung und das Schul- Intranet. Beide Ansätze schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Bei der cloudbasierten Lösung gibt es kein eigenes Schulnetzwerk. Als schuleigene Endgeräte kommen nur Tablets in Frage, weil sie wenig manipuliert werden können. Darüber hinaus können aber alle Geräte zum Einsatz kommen, die im Besitz der Schüler sind (siehe BYOD).

Nach Anschluss an das Schul-WLAN kann das Internet genutzt werden. So wird es auch möglich, Arbeitsaufträge oder Materialien von einer schuleigenen Lernplattform (z.B. Moodle) herunterzuladen und andersherum am Gerät erstelle Produkte (Texte, Bilder, Videos) auf die Plattform hochzuladen. Damit werden sie für andere verfügbar und können auch im Klassenraum mittels Smartboard, Smart-TV oder Beamer präsentiert werden. Darüber hinaus können bestimmte Anwendungen den Unterricht beleben (z. B. ist Euclidea ein faszinierender Weg, die euklidische Geometrie zu erlernen)

Heute hat jeder Schüler an einer weiterführenden Schule ein Smartphone. Was ist also naheliegender als es zu benutzen. Die Vorteile sind:

  • Kostenfreiheit für die Schule,
  • sehr betriebssicher,
  • kein logistischer Aufwand für Schule,
  • auch außerhalb der Schule nutzbar,
  • Schülerinnen und Schüler lernen ihr Smartphone als Arbeitsmittel kennen.

Nachteile sind:

  • höherer Ablenkungsfaktor,
  • Unterschiedlichkeit der Endgeräte

Ergänzend können Schul-Tablets eingesetzt werden. Sie haben die gleichen Funktionen wie Smartboards, sind aber größer und deshalb besser zu bedienen, erfordern aber eine schulische Logistik und entsprechende Investitionen.

Damit hat man ein System, dass an  jeder Schule – auch an Grundschulen – implementierbar ist, relativ geringe Kosten verursacht und den Unterricht an vielen Stellen weiterbringen kann.

Wo liegen die Grenzen dieses Systems?

Es gibt komplexere Anwendungen, die ein Schulnetzwerk erfordern. Viele Programme benötigen das Betriebssystem Windows oder Linux sowie die Bedienung mit Tastatur, Maus und großem Bildschirm. Zu nennen sind in erster Linie Office-Anwendungen und der Informatikunterricht. Ohne die klassischen Rechner geht es dabei nicht. Diese Rechner sind allerdings so manipulierbar, dass sie ohne Netzwerk und entsprechende Schutzmechanismen nicht betriebssicher sind. Ein Netzwerk erfordert einen Server und vor allem einen Netzwerk-Administrator. Ich habe an anderer Stelle ausgeführt, dass Schulen damit überfordert sind und Kommunen diese Aufgabe erfüllen müssen.

Eine Schule hat idealerweise einen Raum mit Rechnern, der für Schülerinnen und Schüler jederzeit zugänglich ist, Computerräume in erster Linie für den Informatikunterricht, die aber auch von anderen Gruppen gebucht werden können und Notebookwagen, die mobil in Klassen und Fachräumen einsetzbar sind.

Fazit: Eine moderne weiterführende Schule nutzt alle beschriebenen Endgeräte parallel je nach erforderlicher Funktion im Unterricht. Da ein eigenes Schulnetz aufwändig und teuer im Unterhalt ist, könnte die cloudbasierte Lösung ein erster Schritt sein, der wirklich an jeder Schule in kürzester Frist realisiert werden kann. Die vorhandenen Endgeräte bei den Schülerinnen und Schülern zu ignorieren oder gar zu verbieten ist dumm. Die Ablenkungen lassen sich mit pädagogischen Maßnahmen in den Griff kriegen – wie andere Ablenkungen auch.

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