IT-Infrastuktur als Aufgabe der Kommune

Die IT- Infrastruktur an Schulen ist keineswegs neu. Sie entstand durch interessierte Lehrkräfte, die mit hohem persönlichen Aufwand individuelle Lösungen an Schulen selbst aufgebaut haben.

Heute sollte dieser Ansatz Geschichte sein. Die Kommunen haben anerkannt, dass sie professionelle Systeme für ihre Schulen bereitstellen müssen.

Wie kann eine sinnvolle IT-Struktur an Schulen aussehen? Ich kenne ein gutes Beispiel aus der Stadt Neuss, in der der kommunale Dienstleister ITK-Rheinland gemeinsam mit den Schulverwaltungsamt eine gut funktionierende Lösung anbietet.

Zunächst einmal müssen nach gesetzlichen Vorgaben zwei physikalisch getrennte Netze existieren, das Verwaltungsnetz und das Pädagogische Netz.

Das Verwaltungsnetzwerk wird zentral gesteuert. Es kann über VPN von jedem Rechner genutzt werden. Die Workstations haben lediglich Terminal-Funktion.

Die Schülerverwaltung geschieht stadtweit mit SCHILD-NRW. Das hat für die Stadt den Vorteil, dass die Daten zentral abgerufen werden können, die dem Schulträger zustehen. Außerdem können Schülerdaten bei einem Schulwechsel übergeben werden.

Schild-NRW ist inzwischen so weit entwickelt, dass alle Verwaltungsvorgänge bis hin zum Drucken der Zeugnisse gut bewältigt werden können. Der Support ist gut geregelt und Fortbildungen werden regelmäßig angeboten.

Auch das Stundenplanprogramm UNTIS wird für alle Schulen zentral zur Verfügung gestellt. Sogar das vor mir sehr empfohlene WEBUNTIS wird bei Bedarf vorgehalten.

Zur Kommunikation stellt die Stadt LOTUS zur Verfügung. Damit sind die Schulen gut mit allen städtischen Einrichtungen vernetzt.

Insgesamt zeigt das Beispiel, dass eine Kommune ein System vorhalten kann, dass 100% professionell ist und keinen Support innerhalb einer Schule erfordert. Die Voraussetzung ist lediglich eine halbwegs schnelle Datenleitung, die aber zunehmend geschaffen wird.

Das Pädagogische Netz ist im Vergleich dazu viel komplizierter, weil es schulspezifische Anforderungen besitzt.

Zunächst unterscheide ich zwei Anspruchsprofile:

  1. Vollständig Cloud-basierte Lösung

Hat eine Schule eine Breitbandleitung kann sie auch für Schülerinnen und Schüler WLAN zur Verfügung stellen, das man zum z.B. mit Time-for-kids Servern schulgerecht kontrollieren kann, damit nicht auf indizierte Inhalte zugegriffen werden kann. Damit stehen alle Lösungen zur Verfügung, die über Server im Internet laufen. Als Endgeräte dienen geschlossene Systeme wie Smartphones oder Tablets. Von Schülern erstellte Produkte können auf die Lernplattform hochgeladen und von dort über Laptop-Beamer in den Klassenräumen präsentiert werden.

Für Grundschulen könnte dieses System ausreichend sein. Es stößt aber da an Grenzen, wo Aufgaben an Schulrechnern oder Laptops erledigt werden sollen.

  1. Schulnetzwerk für Schülerinnen und Schüler

An weiterführenden Schulen ist die Anforderung viel höher, denn ein Schüler soll an einem Rechner eine komplexe Aufgabe beginnen und sie an einem anderen Rechner fortsetzen können. Außerdem gilt es das Problem der Sabotage: Schüler neigen dazu, jede Schwachstelle von System zu nutzen, um „Unsinn“ zu machen. Das muss unbedingt berücksichtigt werden.

Meine Empfehlung ist hier die Linux-Muster-Lösung (LML) des Landes Baden-Württemberg. Sie kann in effizienter Weise vom lokalen IT-Dienstleister an allen Schulen umgesetzt werden. Die Schulen selbst brauchen dann nur noch einen First-Level-Support, der von wenigen Lehrkräften nebenbei geleistet werden kann.

Eins kann man zusammenfassend sagen: Kommunen, in denen einzelne Schulen ein eigenständiges System haben, das sie vielleicht auch noch selber warten, verschwenden Ressourcen. Außerdem wird es ohne professionelle Konzepte nicht gelingen, eine zuverlässige Funktionalität zu gewährleisten.

Für viele Städte im Rheinland bietet ITK-Rheinland auch hier eine Lösung an, die ich sehr empfehlen kann.

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