Unterrichtsausfall entgegenwirken

Unterrichtsausfall entgegenwirken

Eine aktuelle politische Forderung ist, den Unterrichtsausfall an allen Schulen in NRW zu erfassen. Eigentlich ist das viel einfacher, als es oft dargestellt wird.

Fast jede Schule erstellt den Stundenplan mittels EDV (Marktführer UNTIS). Dieses Programm zeigt auf Knopfdruck an, wie viel Stunden ausgefallen und wie viel davon vertreten wurden. Das Eintragen in einen Landesserver wäre in zwei Minuten erledigt.

Die Erfassung und Übermittlung ist also nicht das Problem. Die Schwierigkeit liegt in der Definition einer Ausfallstunde.

Für Eltern ist es klar, wenn nicht der planmäßige Unterricht stattfindet, ist die Stunde ausgefallen. Schulen stehen auf dem Standpunkt, organisationsbedingter Ausfall (Klausuren, Wandertage, Zeugniskonferenzen, u.s.w) und Vertretungsstunden sind kein einfach ausgefallener Unterricht. Auch Ausfallstunden in der Oberstufe werden schnell als „Eigenverantwortliches Lernen“ deklariert und nicht mitgerechnet. Es bleiben also die Unterrichtsstunden, die in der Sekundarstufe I ersatzlos ausfallen.

Außerdem gibt es Unterrichtskürzungen bereits im Stundenplan, wenn nicht ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Sie gelten dann für ein Schulhalbjahr.

Fazit: Mit einer exakten Definition lässt sich der Unterrichtsausfall an allen Schulen mit Stundenplan-EDV relativ leicht ermitteln.

Diese Statistik würde eine Orientierung der Schulen möglich machen. Weicht eine Schule deutlich vom Mittelwert ab, ist es sinnvoll nach spezifischen Gründen zu suchen.

Ist der Mittelwert an sich nicht akzeptabel, müssen strukturelle Veränderungen erfolgen.

Zwei Punkte erscheinen mir dabei wichtig:

Zunächst sollte von der Landesregierung die Regelung gekippt werden, dass Vollzeitkräfte nicht mehr als drei  Vertretungsstunden im Monat erteilen sollten. Das ist ein finanzielles Problem, weil jede Lehrkraft bis zu drei Stunden kostenlos erteilen muss. Erteilt sie vier Stunden, müssen alle vier Stunden bezahlt werden. Durch diese Regelung können nicht mehr die Lehrkräfte gegen Ende des Monats eingeteilt werden,  die aus pädagogischen Gründen passen würden.

Der zweite Punkt ist das Vertretungsmanagement an der Schule selbst. Gut ist, wenn eine Schule über einen detaillierten Plan verfügt, wie zu verfahren ist.

Für langfristige Erkrankungen sollte eine kurzfristige Einstellung von Ersatzkräften ermöglicht werden. Mit dem Portal VERENA und einem beschleunigten Einstellungsverfahren hat das Land NRW in diesem Punkt deutliche Fortschritte erzielt.

Auch wenn alle Vorgänge optimiert werden, wird es trotzdem nicht möglich sein, alle Ausfallstunden gleichwertig zu ersetzen.

Ich kann die Schulen auch nur ermutigen, den Stundenplan ins Internet zu setzen, damit sich Eltern ein ganz konkretes Bild machen können, von der Unterrichtssituation ihrer Kinder. Offenheit schafft Vertrauen und ein gezielter und konkreter Hinweis auf Schwierigkeiten, schafft Motivation, etwas zu tun.

Fazit: Auch ohne eine Ausfallstatistik kann viel getan werden, um die Härten von Unterrichtsausfall zu mindern.

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